Widerstand in Transformationsprozessen

So machen Sie den Gegenwind Ihrer Mitarbeiter zum Rückenwind der Veränderung

Führungskräften fällt es oft schwer mit Widerstand umzugehen. Sie fühlen sich missverstanden oder sogar persönlich angegriffen. Widerstände lassen sich aber nicht einfach brechen oder ignorieren, nur weil sie als lästig, irrational und inakzeptabel empfunden werden. Im Prozess der Veränderung ist wichtig Gegenwind ernst zu nehmen, von ihm zu lernen und ihn als integralen Bestandteil eines Transformationsprozesses zu betrachten.

Dabei helfen diese einfachen Faustregeln:

Es gibt keine Veränderung ohne Widerstand

Widerstand ist eine normale Begleiterscheinung von Veränderung und hat für die Betroffenen eine Schutzfunktion, die zur Sicherstellung von Identität und Integrität dient. Er kann jedoch ein Indiz dafür sein, dass der Prozess zu radikal oder zu schnell erfolgt und die Beteiligten in der Bewältigung situativ überfordert sind. Deshalb ist es wichtig Widerstände nicht zu ignorieren.

Widerstand enthält eine verschlüsselte Botschaft

Die Bedenken, Befürchtungen oder Ängste gegenüber der Veränderung müssen erkannt, gedeutet und damit verstanden werden. Diese emotionalen Botschaften können wertvoll sein, um den Prozess sozial verträglich und tragfähig zu gestalten.

Nichtbeachtung von Widerstand führt zu Blockaden

Widerstand benötigt eine Instanz an die er sich wenden kann. Das Management muss Ansprechpartner sein und sollte prüfen, ob die Voraussetzungen für den Veränderungsprozess wirklich gegeben sind. Hoher Druck und Ignoranz der Führungsebene führt nur zu einem verstärkten Gegendruck und destruktivem Verhalten der Mitarbeiter.

Mit dem Widerstand, nicht gegen ihn gehen

Widerstand benötigt Raum zur Artikulation. Die Auseinandersetzung mit dem Widerstand ist ein notwendiger Prozess der Verarbeitung von Veränderung, auch wenn sie scheinbar viel Zeit in Anspruch nimmt.

Widerstand als Chance betrachten

Die Führungsebene muss die Auseinandersetzung mit den Mitarbeitern als Chance begreifen und sie zum gemeinsamen Vorteil nutzen. Dabei hilft es die Sicht der Mitarbeiter einzunehmen und den Transformationsprozess aus einer kritischen Perspektive zu betrachten, umgekehrt den Mitarbeitern aber auch den Nutzen und die Vorteile des Prozesses vom eigenen Standpunkt aus darzulegen. Aus dieser ganzheitlichen Perspektive ergeben sich oft neue und bessere Lösungen für die Konflikte und Widerstände. Wer es so schafft die Widerstände für sich zu nutzen, ist nicht weit entfernt vom ersehnten Erfolg – die Mitarbeiter tragen die Veränderung mit und bringen sich zusätzlich mit ein.