Verleihung des Lean Healthcare Award 2017

Zürich, Juni 2017 – Zahlreiche Schweizer Spitäler und Kliniken sind daran, Lean-Projekte umzusetzen. Avance Management Services AG Schweiz will dieses Engagement würdigen und hat deshalb am 23. Mai 2017 erstmals den Lean Healthcare Award verliehen. Gleich zwei Projekte erhielten im Rahmen des zweiten Avance Lean Healthcare Symposiums einen Preis.

„Unser Aufruf für den ersten Lean Healthcare Award in der Schweiz hat gezeigt, dass die Lean-Philosophie in den Schweizer Spitälern und Kliniken angekommenen ist“, lobte Thibault Heck von AVANCE Management Services AG den Einsatz der Schweizer Spitäler und Kliniken. Aus allen eingereichten Projekten hat die unabhängige Experten-Jury sieben für den Award nominiert.

Die fünfköpfige, hochkarätige Jury mit ausgewiesenen Experten des Schweizer Gesundheitswesens war sehr angetan und überzeugt von den qualitativ hochwertigen Beiträgen, die eingereicht wurden. Aufgrund des grossen Interesses wird auch 2018 ein Lean Healthcare Award verliehen.

Siegerprojekt aus Basel

Gewonnen hat ein Projekt des Universitätsspitals Basel, das die Jury insgesamt vom Ansatz beeindruckt hat. Das Projekt ist herausgestochen, weil es alle wichtigen Aspekte einbezog und darum sehr "rund" war. Insbesondere die Tatsache, dass die Reevaluation Bestandteil des Projekts war, hat die Jury überzeugt. „Wir freuen uns sehr. In den letzten drei Jahren haben wir versucht, interprofessionell die Kultur von Lean in unseren Pilotkliniken im Unispital Basel einzupflanzen. Der Preis ist ein Dankeschön und motiviert uns weiterzumachen“, sagte Dr. Katharina Rüther-Wolf nach der Preisübergabe. Das Ziel des Projekts im Universitätsspital Basel war die Optimierung der ambulanten Sprechstunde «Medical Retina» in der Augenklinik mit Hilfe des Lean-Tools Wertstromanalyse. Dank dem Projekt ist die Durchlaufzeit markant gesunken. Die Patientenzufriedenheit ist deutlich gestiegen, ebenso die Produktivität. Gleichzeitig ist die Mitarbeiterzufriedenheit auf der Medical Retina Abteilung im Vergleich zu den anderen Abteilungen der Augenklinik überdurchschnittlich gestiegen.

Sonderpreis für akademisches Projekt aus Luzern

Sieger-Preisträger-Lean-Healthcare-Award-2017 Sieger und Preisträger des Lean Healthcare Award 2017 mit den Initianten. Von links: Thibault Heck, Avance Management Services AG; Rachel Straumann, Universitätspital Basel; Prof. Dr. med. Andreas Gutzeit, Hirslanden Klinik St. Anna, Luzern; Dr. Katharina Rüther-Wolf, Universitätsspital Basel; Roland Zelina, Avance Management Services AG

Ein zweites Projekt von der Klinik St. Anna, Luzern, ist herausgestochen, das sich wissenschaftlich mit der Lean-Thematik auseinandergesetzt hat. Das Team um Prof. Dr. Andreas Gutzeit erhielt den Sonderpreis für den akademisch, wissenschaftlichen Branchenbeitrag. „Der Preis bedeutet mir ganz viel, weil es eine Wertschätzung für unsere Arbeit ist“, freute er sich. Mit einer hochkomplexen Lean Analyse ging die Abteilung für klinische Forschung der Hirslanden Klink St. Anna, Luzern, der Frage nach, ob Kaizen geeignet ist, das Gesundheitswesen effizienter und kostengünstiger zu organisieren. Die wissenschaftliche Arbeit beruht auf empirischen Untersuchungen und praktischen Erfahrungen in der Klinik St. Anna Luzern aus den Jahren 2006 bis 2015. Die Jury war von der Qualität dieser wissenschaftlichen Arbeit so beeindruckt, dass sie diese besonders honorieren wollte. Sie hat darum eine spezielle Kategorie für wissenschaftliche Arbeiten geschaffen. Die Studie liefert einen wichtigen Beitrag für die Verankerung von Lean Management in Schweizer Spitälern und Kliniken. 

Der Lean Healthcare Award


Logo-171114-14H26

Mit dem Lean Healthcare Award werden erfolgreiche, innovative und herausragende Projekte oder Teilprojekte sowie Leistungen im Bereich „Lean Hospital und Lean Healthcare“ ausgezeichnet. Bedingung ist, dass sie die 'Lean-Philosophie' in einem Spital oder einer Klinik anstossen, einsetzen, umsetzen oder den Weg weitergehen und entwickeln wollen.

Das Ziel der Organisatoren ist es, mit dem Award den Lean-Gedanken noch stärker im Gesundheitswesen zu verankern und die Leistungen der einzelnen Häuser zu würdigen. Bewerben können sich sowohl Institutionen als auch einzelne Teams. Interessierte können sich bereits heute für den Award 2018 melden.

Verleihung im Rahmen des zweiten Avance Lean Healthcare Symposiums


Die Preisverleihung des Awards fand am 23. Mai statt während des zweiten AVANCE Lean Healthcare Symposiums im Gottlieb Duttweiler Institut (GDI) in Rüschlikon. Wie bereits am letztjährigen Symposium haben wiederum namhafte Referenten den Teilnehmenden die Lean-Methoden nähergebracht, ihre Erkenntnisse geteilt und Praxisbeispiele vorgestellt. Prof. Dr. Alfred Angerer von der ZHAW unterstrich in seinem Vortrag wie wichtig es ist, dass sich die Gesundheitsorganisationen vor Beginn ihrer Lean-Reise die Frage stellen, warum genau sie diese Initiative angehen. Und nach dem Projekt ist eine quantitative Messung des Erfolges essentiell. Herr Angerer verdeutlichte weiterhin, dass Lean ein langer Weg sei und «…selbst die Lean-Referenzspitäler aus Seattle, die seit 18 Jahren unterwegs sind, noch lange nicht am Ende ihrer Reise angekommen sind“.

Kultur bei Lean-Projekten zentral

Alfred-Angerer-Lean-Healthcare-Award-2017 Prof. Dr. Alfred Angerer von der ZHAW am AVANCE Lean Healthcare Symposium vor dem interessierten Fachpublikum

Das See-Spital begab sich vor zwei Jahren auf die Reise. Für Roger Hanhart, Leiter Unternehmensentwicklung, ist es zentral, dass die Führung die Lean-Projekte mitträgt, damit nach dem anfänglichen Enthusiasmus, Lean auch langfristig von den Mitarbeitenden gelebt wird. Herr Hanhart ging in seinem Vortrag auch auf den Vorredner ein und untermauerte die Studie der ZHAW: Die Mitarbeitenden im Gesundheitswesen sind überdurchschnittlich veränderungsbereit. Diese Motivation gilt es zu nutzen.

Dr. David Bossart, CEO des GDI, hat es in seinen Einstiegsworten treffend zusammengefasst: „Fortschritt passiert dort, wo Lust und Freude ist.“